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Soziale Netzwerke: Hass-Liebe für Unternehmen

20. Dezember 2011 | 
Eigentlich sind sich alle einig: Social Media Technologien verbessern die internen und externen Kommunikationsstrukturen. Die Nähe zum Kunden, verbesserter Informationsaustausch unter den Mitarbeitern und zielgruppengerechtere Marketingstrategien, alles Erfolgsfaktoren für die Unternehmen der Zukunft. Laut einer international durchgeführten Studie von Clearswift, sehen 80% der befragten Manager in der Nutzung dieser Anwendungen entscheidende Vorteile. Trotzdem blocken gerade immer mehr Unternehmen die Zugänge zu sozialen Netzwerken.

Es ist die Sorge um die Datensicherheit die Unternehmen dazu bewegt, die Zugänge für die Mitarbeiter zu sperren. Für 86% der Manager das entscheidende K.O.-Kriterium. Im Vergleich zu Großbritannien, Japan, USA und den Niederlanden, gehen deutsche Arbeitgeber wesentlich empfindlicher mit den Social Media Tools um. Deutsche Firmen sperren mit 23% am häufigsten zu. Der Grund: Es ist vor allem die Sorge um das Fehlverhalten der Mitarbeiter in den sozialen Netzwerken. Der Verlust von vertraulichen Daten durch unvorsichtige Angestellte steht daher auch ganz oben auf der Bedenkenliste (48%). Das scheint auch nicht ganz unbegründet zu sein, haben sich 21% der befragten Mitarbeiter mit dem Thema Sicherheit und sozialen Netzwerke noch gar nicht beschäftigt. 31% der Angestellten stehen auf dem Standpunkt, dass die Sicherheitsverantwortung auch ausschließlich beim Arbeitgeber liegt.

Zurzeit überwiegt gerade in Deutschland scheinbar mehr die negative Seite der Liebe-Hass-Beziehung und nicht selten werden die Schotten dicht gemacht. In den USA dagegen werden die Mitarbeiter von ihren Arbeitgebern sogar verstärkt motiviert (30%), die sozialen Netzwerke zu nutzen.

Den hohen Sicherheitsbedenken geschuldet ist auch die Forderung der Manager nach Überwachungstools, die das Mitarbeiterverhalten in den sozialen Netzwerken kontrollieren sollen. 48% der deutschen Manager sind ebenfalls dieser Meinung.

Auf der anderen Seite ist es erstaunlich, dass immer mehr Unternehmen die Nutzung von privaten Smartphones und Tablet PCs zulassen. Immerhin sind es 60% der Unternehmen, die deren Einsatz erlauben. Deutschland scheint in diesem Zusammenhang jedoch etwas vorsichtiger zu sein – 18% der Manager gaben an, dieses zu unterstützen. Gemessen an den großen Sicherheitsbedenken der Unternehmen in der Nutzung von Social Media Tool, ist die Förderung des Einsatzes privater Geräte am Arbeitsplatz irreführend. Verliert der Arbeitgeber dadurch doch seine Kontroll- und Steuerungsmöglichkeit.

Früher oder später werden sich Unternehmen mehr und mehr für die Social Media Welt öffnen müssen. Neue und intelligente Sicherheitssysteme werden das Mitarbeiterverhalten überwachen.

Der erste und wichtigste Schritt liegt nun in der Festlegung von Spielregeln, den so genannten „Social Media Policies“. Im zweiten Schritt geht es um die aktive Schulung der Mitarbeiter. Ein Standardaushang am schwarzen Brett wird hier sicherlich nicht reichen. Auch die Geschäftsführung und leitenden Angestellten müssen sich auf die neuen Herausforderungen einstimmen. Vor allem auch aus arbeitsrechtlicher Sicht. Genau hierfür haben wir den Ratgeber „Arbeitsrecht & Soziale Netzwerke“ entwickelt.

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